Im April des Jahres 2006 verbrachte ich mit meinem Mann und unserem Sohn einen wunderschönen Urlaub in Südtirol. Mein Mann war bisher Hunden gegenüber sehr vorsichtig, da er schon zu viele Bissverletzungen gesehen hat. Einen eigenen Hund und dann noch mit einem Kind, niemals.....

Genau zu seinem Geburtstag begegneten wir einer Bernersennenhündin. Sie warf sich ihm gleich zu Füßen und wollte gekrault werden. Immer wieder stupste sie ihn an. Da war es mit seiner Zurückhaltung vorbei. Es wurde geschmust und gekuschelt. Dann seine Worte: So einen lieben Knuddelbär würde ich auch nehmen. Meine Augen und Ohren nahmen in diesem Moment ein vielfaches ihrer normalen Größe an.

Das Thema ließ mir nun keine Ruhe mehr. Ich schaute mich im Internet um, fand dort einige Rassemerkmale beschrieben und freundete mich so allmählich mit dem Gedanken an.

Eines Tages schlug ich die Zeitung auf.

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Noch etwas zögerlich nahm ich das Telefon. Fragen kostet ja nichts, dachte ich mir. Tja, wir konnten am nächsten Tag vorbei kommen. Die Welpen hätten Papiere und es sind nur noch 3 da. Nichts wie los. Die Welpen wuchsen neben Lamas, Alpakas, Ziegen, Emus und vielen anderen Tieren auf. Für uns war es auf den ersten Blick Tierliebe.

Es war nun schon nur noch ein Welpe da. Die Mutter der Welpen gehörte der Tochter und war schon bei dieser in der Wohnung, da sie ja schon entwöhnt waren und normales Futter fraßen. Die kleine Maus kauerte sich auf unseren Schoß und es war um uns geschehen. 3 Tage später konnten wir sie abholen. Auf der Fahrt überlegten wir uns noch einen Namen. Ronja sollte sie heißen.

Eigentlich haben wir alles falsch gemacht, was wir falsch machen konnten. Wir haben aus Mitleid gehandelt und waren gutgläubig. Wer rechnet schon mit der Dreistigkeit und Verlogenheit von solchen Leuten. Nach mehrmaligen Anrufen bekamen wir unsere Ahnentafel zugeschickt. Später sollten wir erfahren, dass Papier sehr geduldig ist.

Vom „Züchter“ bekamen wir überhaupt nichts mit, außer dem Hund. Keinen Kaufvertrag, kein Futter, nur den Ratschlag, sie nicht vor der ersten Läufigkeit zu kastrieren. Zu Hause angekommen, ging es los mit Durchfall, richtig heftig. Die Tierarztbesuche sollten sich häufen. Um es kurz zu machen, wir durften mit unserer Ronja nur ein halbes Jahr verbringen, dann war sie so krank, dass sie nicht mehr laufen konnte und der Tierarzt uns bat, ein Mitleid mit dem Tier zu haben. Wir mussten sie schweren Herzens über die Regenbogenbrücke gehen lassen.